INTERNATIONALES SYMPOSIUM --- INTERNATIONAL SYMPOSIUM --- МЕЖДУНАРОДНЫЙ СИМПОЗИУМ

VERANSTALTUNGSREPORT

Anlässlich ihres Doppeljubiläums

65 Jahre Kaliprojektierung made in Erfurt und 25 Jahre ERCOSPLAN

veranstaltete die in Erfurt ansässige ERCOSPLAN Unternehmensgruppe ein Internationales Symposium zum Thema

Die Kaliindustrie im 21. Jahrhundert
Rohstofferkundung, Rohstoffgewinnung, Rohstoffaufbereitung sowie Entsorgung der dabei anfallenden Rückstände

vom 08. bis 10. Juni 2017 im Congress Center der Messe in der Landeshauptstadt Erfurt.

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.

Mehr als 400 Teilnehmer aus 21 Ländern und 6 Kontinenten, darunter hochrangige Vertreter von Düngemittelproduzenten aus Deutschland, Kanada, Belarus, Russland, Jordanien und Israel, Repräsentanten von Berg- und Umweltbehörden verschiedener Länder sowie von privaten und institutionellen Investoren, sind der Einladung gefolgt – eine deutliche Wertschätzung der geleisteten Arbeit der ERCOSPLAN Unternehmensgruppe, wofür die Mitarbeiter, die Geschäftsführungen und die Gesellschafter sehr dankbar sind.

Vor knapp fünf Jahren gab es eine ähnliche Veranstaltung, die damals auch ein sehr breites nationales wie internationales Echo gefunden hat. Daran wollten die Erfurter Ingenieure und Wissenschaftler anknüpfen. Vieles hat sich seitdem am internationalen Kalimarkt verändert, manches sogar grundlegend, anderes ist so geblieben, wie es sich schon seit Jahrzehnten bei der Kalidüngemittelproduktion bewährt hat. Nach der Mitte des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts – nach mehr als 150 Jahren Produktionsgeschichte – steht die Kaliindustrie aber nicht zum ersten Mal vor großen Herausforderungen. Von solchen war an den drei Tagen, besonders aber während der Vortragsveranstaltung am Freitag vielfach die Rede: beides wurde beleuchtet, die neuen Anforderungen wie auch die innovativen Lösungsansätze zum Meistern solcher Herausforderungen, sei es bei der Erkundung oder dem Aufschluss der Lagerstätten, der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung oder bei der Beseitigung der dabei anfallenden festen und flüssigen Rückstände. Die Teilnehmer haben auch zur Kenntnis genommen, dass trotz neuer Forschungsansätze eine rückstandsfreie Kalidüngemittelproduktion nicht möglich ist, aber vielerorts und oft gemeinsam im Verbund von Produzenten und unabhängigen Beratern und Planern – wie ERCOSPLAN ein solcher ist – weitere technische Möglichkeiten gesucht werden, die Rückstandsmengen auch zukünftig weiter zu reduzieren. Das richtige Maß einer Balance von Ökologie und Ökonomie zu finden und gleichfalls auch der sozialen Verantwortung gerecht zu werden, also aus diesem Dialog auch dauerhaft tragfähige Lösungen in der Praxis zu etablieren, hat durchaus Tradition in der Kaliindustrie. Wie schon vor fünf Jahren, so hat auch das diesjährige Festsymposium dazu einen kleinen Beitrag leisten können.

Die Icebreaker Party

Die Feierlichkeiten wurden am Abend des 08. Juni 2017 mit der Icebreaker Party im Congress Center der Messe Erfurt eröffnet. Das kulinarische Highlight des Abends war ein Ochse aus Holzhausen an der Wachsenburg, der bei Niedrigtemperatur langsam am Spieß gegart wurde. Der Abend wurde musikalisch umrahmt vom Kaffeehaus- und Salonensemble Rudolstadt. Die gut 300 Gäste erfreuten sich, Fachkollegen wieder zu treffen oder bei einem Glas Wein aus dem Rheingau neue Bekanntschaften zu schließen. Nach dem traditionell um Mitternacht gemeinsam gesungenen Steigerlied, fuhr eine Straßenbahn die Gäste zurück in ihre Hotels.



Das Festsymposium

Am Morgen des 09. Juni 2017 begrüßten die Musiker des Bleicheröder Bergmanns Blasorchester vor dem Congress Center der Messe Erfurt die über 430 Teilnehmer. Pünktlich um 09:30 Uhr wurde die Vortragsveranstaltung mit einem Festakt eröffnet. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer der ERCOSPLAN Unternehmensgruppe Herrn Dr. Henry Rauche sprach der Thüringer Ministerpräsident, Herr Bodo Ramelow, Schirmherr des Internationalen Symposiums zu den Teilnehmern. Danach folgte ein Grußwort von Herrn Hartmut Kießling, Leiter des Thüringer Landesbergamtes. Der kleine Festakt wurde mit Variationen des Steigerliedes beendet, einem eigens für dieses Doppeljubiläum von Conrad Haase aus Rothenstein komponierten Geburtstagsgeschenk.

Als kleines Dankeschön für sein unermüdliches Engagement für die Kalibergleute und die Kaliregionen im Freistaat Thüringen überreichte Dr. Rauche ein kleines Geschenk an den Schirmherrn und erläuterte den Hintergrund zur Auswahl des Präsentes wie folgt:

„Kieseritisches Hartsalz aus dem Kaliflöz Hessen, Sylvinit und Carnallitit aus dem Kaliflöz Thüringen des Bergwerkes Unterbreizbach im Werra-Kalirevier - Segen und Fluch für die Kalibergleute zugleich!

Ein Segen für die Kalidüngemittelproduktion, die ihren Beitrag zur Ernährung der rasant wachsenden Weltbevölkerung leistet! Ein Segen mit Wertstoffgehalten über 30%, mehr als die Hälfte davon KCl. Ein Segen ist aber auch der Kieserit, das MgSO4 – die Grundlage für die Produktion der begehrten sulfatischen Düngemittel und zahlreicher Spezialprodukte, was den größeren der beiden deutschen Kaliproduzenten einige Alleinstellungsmerkmale am hart umkämpften globalen Kalimarkt beschert.

Ein Fluch aber auch, weil die ausgesprochen komplexe Zusammensetzung der Rohsalze aufwändige Aufbereitungsverfahren erfordert, die fortwährend an die immer neuen Rohsalzqualitäten, wie sie die natürliche Lagerstätte beinhaltet, angepasst werden müssen. Und letztlich für manch’ einen ein Fluch auch deshalb, weil der größte Masseanteil der Rohsalze weder als Düngemittel noch als Nebenprodukt verwertet werden kann und deshalb als fester oder flüssiger Rückstand beseitigt werden muss.

Ein Segen aber vor allem für die Werra Region, die seit mehr als 100 Jahren von und mit dem Kalibergbau lebt! Heute arbeiten 4.500 direkte Beschäftigte für die Gewinnung und die Aufbereitung des Weißen Goldes und für den Umweltschutz im größten deutschen Kaliwerk. Diesseits und jenseits der Grenze unseres Freistaates verdanken mehr als 16.000 Bürger ihre Existenzgrundlage vollständig oder überwiegend diesen Kalirohsalzen! Es bleibt kein Zweifel – vor allem ist es ein Segen, über solche heimischen Rohstoffe nachhaltig verfügen zu können.

Sehr verehrter Herr Ministerpräsident, lieber Bodo Ramelow, bitte nehmen Sie dies als kleines aber herzliches Dankeschön für Ihre Schirmherrschaft über unsere Veranstaltung, vielmehr aber noch für Ihr fortwährendes Engagement für die Kaliindustrie, besonders im Freistaat Thüringen! Bei den Kalibergleuten im Südharz, an der Werra und auch im ganzen Vaterland haben Sie einen Stein im Brett – nun nicht länger nur sprichwörtlich!“

Nach dem Festakt folgten 35 Fachvorträge von Vertretern der Kaliproduzenten, Ausrüstungslieferanten, Schachtbaufirmen, Bergbehörde- und Umweltbehörden, junior mining companies und weiteren Fachexperten sowohl im Plenum als auch in vier Parallelsitzungen zu den Themen: Erkundung, Bergmännische und Soltechnische Gewinnung sowie Aufbereitung von Kalirohstoffen, Verwertung von Nebenkomponenten sowie Beseitigung von festen und flüssigen Rückständen und Umweltschutz in der Kaliindustrie. Diese Themen wurden nochmals in der Ausstellung von mehr als 30 Postern und technischen Exponaten vertieft.

In der letzten Plenarsitzung wurde die Erfolgsgeschichte Kaliprojektierung made in Erfurt aus der Perspektive der „Großväter“ wie auch der „Enkelgeneration“ geschildert. Im Schlusswort sprach Herr Dr. Rauche auch über die Zukunft des Unternehmens:

„65 Jahre Kaliprojektierung made in Erfurt – nun könnte die Kaliprojektierung made in Erfurt bald in Rente gehen, die Regelaltersgrenze beträgt beim Jahrgang 1952 – 65 Jahre und 6 Monate. Der Arbeitnehmer Kaliprojektierung made in Erfurt kann ab 01. Januar 2018 ohne Abzüge in die Regelaltersrente gehen und sich zur Ruhe setzen! Das wird nicht geschehen! Kaliprojektierung made in Erfurt – ist ein Qualitätsbegriff auf den Sie auch in Zukunft bauen können! Lassen Sie uns auch weiterhin partnerschaftlich daran arbeiten, die Herausforderungen der Mineralsalzindustrie hier im Mutterland wie auch draussen in der weiten Kaliwelt zu meistern!“

Damit war die Vortragsveranstaltung zu Ende und die Gäste fuhren mit der Straßenbahn zum Dorint Hotel am Dom Erfurt um den Tag feierlich ausklingen zu lassen.

Das Gesellige Beisammensein

Vor dem Dorint Hotel am Dom Erfurt kündigte wiederum das Bleicheröder Bergmanns Blasorchester die festliche Abendveranstaltung musikalisch an. Vielfach wurde auf die erfolgreiche Vortragsveranstaltung angestossen und nicht zuletzt auch den Klängen des Ensembles Walkin‘ Jazz Quartett gelauscht. In entspannter Atmosphäre führten die – trotz des Freitagabends noch immer über 300 Gäste – bis in die Morgenstunden bei kühlen Getränken vertiefende Fachdiskussionen. Pünktlich um Mitternacht erschallte erneut in alter Tradition Glückauf der Steiger kommt.




Die Exkursionen

Am 10. Juni 2017 fanden 3 Fachexkursionen mit insgesamt 160 Teilnehmern statt. Die Exkursionen führten zu den Standorten der Kaliindustrie in Mitteldeutschland, welche eng mit der Geschichte der deutschen Kalidüngemittelproduktion und somit auch der ERCOSPLAN Unternehmensgruppe verbunden sind: Das Werra-Kalirevier, das Südharz-Kalirevier sowie das Nordharz-Kalirevier und Staßfurt.



Die Mitarbeiter, die Geschäftsführungen und die Gesellschafter bedanken sich sehr herzlich bei allen Teilnehmern, Vortragenden und Co-Autoren, die das Internationale Symposium mit ihrer Anwesenheit und ihren Beiträgen bereichert haben. Ein herzlicher Dank geht auch an alle, die bei den Vorbereitungen für diese Festveranstaltung und deren Durchführung enthusiastisch mitgewirkt haben!

ERCOSPLAN Unternehmensgruppe heute

In den mehr als sechs Jahrzehnten der Firmengeschichte wurden Planungsleistungen für die Mineralsalzindustrie mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von umgerechnet knapp 15 Milliarden EUR bearbeitet. Etwa 60 Prozent dieser Planungen wurden auch tatsächlich realisiert, wobei ERCOSPLAN und seine Vorläufereinrichtungen wiederum bei der Bauüberwachung und Bauoberleitung sowie beim Projektmanagement mitwirken konnten. Hinzu kommen Planungen unterschiedlichster Größenordnungen für Bergbauspezialaufgaben, für die Endlagerung radioaktiver Abfälle und für die Untertagedeponierung von toxischen Industrieabfällen im Salzgestein.

ERCOSPLAN ist Berater und Planer sowohl für die Kali- und Steinsalzproduzenten selbst, für Investoren neuer Mineralsalzprojekte, als auch unabhängiger Sachverständiger für Berg- und Umweltbehörden oder für Finanzinstitutionen und Aufsichtsorgane der internationalen Finanzhandelsplätze sowie für nationale oder internationale Schiedsgerichte. In den letzten Jahren betrug das jährliche Umsatzvolumen der ERCOSPLAN Unternehmensgruppe zwischen 16 und 24 Millionen EUR, wobei der im Ausland erwirtschaftete Anteil zwischen 65 und 85 Prozent variierte.

ERCOSPLAN bietet heute kompetente Beratung und innovative Planung für die Mineralsalzindustrie – alles aus einer Hand: von der initialen Projektidee bis hin zur effizienten Produktion – für eine nachhaltige Ressourcennutzung, Umweltschutz miteingeschlossen. Heute beschäftigt die ERCOSPLAN Unternehmensgruppe weltweit etwa 160 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte noch immer an ihrem Geburtsort in der Landeshauptstadt Erfurt in Thüringen. Niederlassungen und Tochterfirmen in Russland, Thailand und Brasilien, dienen der Präsenz in diesen regionalen Märkten.



ERCOSPLAN Unternehmensgruppe
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